Di
02
Okt
2012
Danke für die vielen guten Fragen zur Präsentation „Video und Social Media“. Die hier auch noch einmal als Video geschaut werden kann. Trotzdem noch ein paar Ergänzungen und ganz praktische Fragen zur Arbeit mit Video die auf dem Kommunikationskongress nicht mehr in den Zeitrahmen passten.
Es hilft, das eigene Themengebiet soweit wie möglich zu fassen. Aber dennoch in einer Nische zu bleiben. Wenn man zum Beispiel Nähmaschinen verkauft, ist nicht Mode das Thema, sondern vielleicht
selbst gemachte Stofftierchen oder Taschen
Dabei wird man nicht immer die breite Masse seiner Zielgruppe erreichen. Auf jeden Fall, wird aber eine im Netz aktive Gruppe angesprochen. Nutzer die für hilfreiche Beiträge dankbar sind und
sich mit eigenen Inhalten erkenntlich zeigen.
Der klassische Imagefilm gehört auf die Webseite. In Netzwerken und bei YouTube werden diese Videos wenig Interesse und noch weniger messbare Erfolge erzeugen. Wer die bekannten Regeln nicht brechen möchte, wird auch bei Online-Videos keinen Durchbruch erzielen. Wiedererkennungswert und ein eiserner Duktus machen die eigene Videoproduktion erfolgreich. Ergänzen was anderen Videos fehlt. Und einfach alles weglassen, was bei anderen Videos nur stört.
Ist es nur Entertainment oder ein Angebot zur Unterhaltung? Ohne Feedback bleibt jeder Videokanal nur eine mehr oder weniger spannende Playlist im Internet. Wer Videos macht die auch mal Kritik hervorrufen, hat nicht unbedingt etwas falsch gemacht. Direkte der auch versteckte Aufforderungen an den Zuschauen sind hier durchaus ein legitimes Mittel. [bent böer]
Do
20
Sep
2012
Abends auf die Couch setzen und schweigsam das TV anglotzen. Wer macht das noch? Immer weniger. Ist das Angebot wirklich so schlecht geworden, oder langweilt uns der passive Konsum von Medien per se? Neben dem eigentlichen Ritual, schenkt uns das Fernsehprogramm Entspannung, nützliche Informationen oder am besten beides. Das Internet ist ein Gruppenerlebnis. Die Fernsehcouch besten Streitpunkt um die Fernbedienung. Online wird auch gestritten, doch hier hat man andere Möglichkeiten. Aber lassen wir einmal die Frage nach dem Zwischenmenschlichen Fallout des „Mute“ oder „Ignore“ Buttons außen vor.
Hat das Fernsehen also schon seinen langen Marsch zum Nebenbei-Medium angetreten? Wahrscheinlich schon. Denn es wird nicht zu einer TV-Sendung getwittert oder gepostet. Das Fernsehprogramm
wird einfach Online mitkommentiert. Es läuft nebenbei und liefert mehr oder weniger Anregungen für die so genannte Anschlusskommunikation. Es bietet uns Stoff für den laufenden Chatroom – oder
ganz neu – unserem Social-Stream.
Nicht umsonst ist das Virale-Video eine heilige Kuh der Online-Kommunikation. Hier werden die Möglichkeiten des Internets und seiner Netzwerke sichtbar. Aber den Erfolg verdankt ein virales Video
der simplen Weiterleitung per Email oder Link. Also im einfachen Meinungsaustauschen zwischen zwei Menschen. Und das ist nichts Phänomenales.
Zwischenmenschliche Kommunikation ist also demzufolge nichts Neues. Es haben auch schon Leute ihre Bekannten angerufen und auf eine laufende TV-Sendung hingewiesen. Genau das ist mir
Gestern erst passiert. Trotzdem hatte ich keine Lust ins Wohnzimmer zu laufen, um dann noch den Rest eines Beitrages zu schauen. Das niemand vom Viralen-Fernsehen spricht, ist daher kaum
verwunderlich.
Nichtsdestoweniger gilt Television als das Massenmedium. Es bleibt auch ein Medium, das Massen mobilisiert. Trotzdem ist Fernsehen bestenfalls in Ländern mit einem FKE (Fernsehgeräte pro 1000
Einwohner) diesseits der 100 ein Gruppenerlebnis. Bleibt noch ein weiterer wichtiger Unterschied.
Wiederholungen. TV-Wiederholungen verlieren die Zuschauer. Ein Online-Video gewinnt mit jedem Klick, der es erneut abspielt. Egal wie alt es ist. Ein TV-Beitrag der erneute Aktualität gewinnt,
muss von einem Redakteur aus dem Archiv geholt werden. So sich denn jemand daran erinnert. YouTube-Video hat diese technische Hürde nicht.
So kann man nebenbei dem Fernsehen nur wünschen, endlich mit dabei zu sein und den Zuschauer aktiv herauszufordern. Die Implementierung von "Video auf Abruf" und nicht monotoner Programmstruktur,
sind nur die kleinsten Herausforderungen.